Inhaltliche Planung und Vorbereitung sind wichtig

„Ich schreibe Dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.“

Johann Wolfgang von Goethe, Blaise Pascal, …

Die Quelle dieses Zitats ist nicht eindeutig, jedoch seine Bedeutung: Je besser man vorbereitet ist und den Inhalt bedacht hat, desto präziser und kürzer kann der Beitrag werden.

Vorbereitung und Qualität

Ob geschrieben oder gesprochen, sich im Vorfeld nicht ausreichend Gedanken über den Inhalt gemacht zu haben, mindert die Qualität des Beitrags. Man könnte das Verhältnis der Vorbereitung zum Beitrag als einen Hebel oder eine Wippe betrachten: Soll der Beitrag kurz und knackig sein, muss viel Zeit in Vorbereitung investiert werden. Wird keine oder nicht ausreichen Zeit in die Vorbereitung investiert, so beansprucht man eine längere Zeit für den Beitrag. Und ist die maximale Beitragszeit gedeckelt, sinkt die Qualität des Inhalts oder er ist lückenhaft.

Freiraum lassen, auf keinen Fall die einzelnen Fragen vorschreiben! Und neugierig bleiben, jeder Gast ist interessant und spannend!

Die Vorbereitung ermöglicht in einem Interview das gemeinsame Verständnis des Themas, sie dient als ein Kommunikationsmittel zwischen dem Interviewer und dem Gast. Damit meine ich aber nicht, dass der Inhalt akribisch durchgeplant und sogar gescriptet werden soll, es reicht auch eine grobe Planung: Ein Plot, eine Aufstellung der Überschriften, die die Struktur des Beitrages bilden. Kein Drehbuch, in dem alle Fragen und Antworten auftauchen, sondern ein roter Faden, der sich durch den Beitrag durchzieht. Die Einträge des Plots können auch mit der geschätzten Dauer versehen werden, um die benötigte Zeit für die Aufnahme zu prüfen. Es ist einfacher ein Thema aus dem Backup zu ziehen, um die Zeit zu füllen, als einen Themenpunkt fallen zu lassen, damit die Zeit nicht überschritten wird.

Mitarbeiterpodcast

Um den Bogen zum Unternehmen zu schlagen, betrachten wir den Mitarbeiterpodcast. Je nach Zweck der Aufnahme kann die Dauer des Beitrags variieren, ebenso die Anzahl der Teilnehmer. Handelt es sich um ein festes Team, das regelmäßig den Podcast macht oder bestehen die Beiträge aus Interviews? Ein festes Team gewinnt an Erfahrung, kann die Zeit gut einschätzen und sich gegenseitig moderieren. Sind die Teilnehmer unerfahrene Podcaster, werden sie ein Gespräch kaum zeitlich begrenzen können. Es kann sogar eine Diskussion entstehen, die in den zeitlichen Rahmen sprengt. Die Vorbereitung einer Struktur sowie eine gemeinsame Durchsprache vor der Aufnahme erweisen sich daher als eine Landkarte, ohne die man nur mühevoll ins Ziel kommt. Ohne diese Karte, verloren im Wald oder Wüste, läuft man im Kreis und verliert Kräfte. So kann auch eine Aufnahme ohne die vereinbarte Struktur zwischen den Themen springen und sogar Themen wiederholen, was die Hörerinnen und Hörer verwirrt und die Orientierung in der Podcastfolge erschwert.

Aufnahme strukturieren

Und wenn der Sinn und die Notwendigkeit der Struktur klargeworden sind, stellt sich unweigerlich die Frage: Wie strukturiere ich denn die Aufnahme? Zum einen sind da die obligatorischen Abschnitte wie die Einleitung, Vorstellung der Gäste und am Ende ggf. eine kurze Zusammenfassung und Ausblick. Bei kurzen Episoden unter 10 Minuten sollten diese Anteile sehr knapp sein, um dem eigentlichen Interview mehr Zeit zu schenken.

Der Hauptteil der Aufnahme kann auf vielfältige Weisen strukturiert werden. Man kann sich den Werkzeugen aus dem Storytelling bedienen und den Beitrag wie eine Geschichte erzählen: Es gibt einen Protagonisten, der ein Ziel verfolgt und dabei auf Hindernisse trifft. Zu Storytelling gibt es viele Bücher, ich würde lieber auf sie verweisen, als in diesen Beitrag aufnehmen: Das Thema ist sehr umfangreich.

Eine mögliche Struktur

Für meine Interviews im Firmenfunk Podcast bediene ich mich oft folgender einfacher Struktur, wenn es um Fragestellungen geht, die eine Verbesserung der aktuellen Lage darstellen:

  • Wo stehen wir heute?
  • Warum gibt es Bedarf zur Veränderung?
  • Wie sieht das Zielbild aus?
  • Wie erreichen wir das Zielbild?
  • Welche Hindernisse auf dem Weg zum Ziel gibt es?
  • Was sind die nächsten Schritte?
  • Ausblick und Tipps

Der endgültige Plot sieht am Ende zwar etwas detaillierter aus, besteht trotzdem nur aus groben Fragen. So bleibt trotz einer Struktur genug Freiraum für das Gespräch.

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